Was ist Abwasser?

    Abwasser ist das in Haushalten oder Betrieben gebrauchte, oder bei Fertigungsprozessen entstandene und abgeleitete, Wasser, einschließlich Fremdwasser und in Mischsystemen eingeleitete Regenwasser [DIN EN 1085].

    Auf dieser Seite wollen wir Sie tiefer in die Materie führen, indem wir Ihnen die Verfahrenstechniken und rechtlichen Grundlagen erklären, die mit einer Kleinkläranlage und dem Abwasser zusammenhängen.

    Rechtliche Grundlagen

    Rechtliche Grundlagen sind als Momentaufnahme bei der Gesetzherausgabe zu betrachten, da durch Novellierungen eine ständige Änderung der Gesetzeslage oder der Verordnungen stattfindet, sodass die Gültigkeit im Bedarfsfall zu überprüfen ist. Insbesondere sind hierbei unterschiedliche Regelungen der einzelnen Länder erkennbar. Die hier aufgezeigten Änderungen sind daher zum grundsätzlichen Verständnis der Zusammenhänge aufgeführt und müssen bezüglich der Gültigkeit im jeweiligen Land überprüft werden.

    Die Untere Wasserbehörde – Ein Rotes Tuch manchmal?

    Die Behörde ist allein verantwortlich und „sein eigener Herr“. Vorschriften und Erlasse können angepasst und selbst bestimmt werden. Grundsätzlich gilt also: Was woanders gilt, muss hier nicht auch so sein.

    Dennoch gibt es Vorschriften, nach denen sich gerichtet wird. Dies sind die DIN 4261 und die ATV 262.

    Die DIN regelt dabei den Betrieb von kleinen Kläranlagen und Kleinkläranlagen 4-1000 EW. Sie regelt außerdem die Betriebserrichtung und die Wartung, die Nachklärung sowie den Standort.

    Die ATV regelt den Bau und Betrieb von Pflanzenkläranlagen, Schlammspeicheranlagen und Anlagen ohne Bauartzulassung.

    Das Material

    Beton oder Kunststoff – das ist hier die Frage!

    Grundsätzlich kann, in der Regel, jedes Produkt vergleichbarer Art, mit Ausnahme von Pflanzenbeeten, in Beton oder Kunststoff eingebaut werden. Welches Material Sie verwenden wollen, obliegt also Ihnen. Dennoch gibt es Unterschiede, die wir Ihnen gerne erläutern!

    Beton

    • Produktionsaufwand geringer Kosten ca. ab 1100€
    • Garantie vom Hersteller für 30 Jahre
    • 99,55 % Dichtheit
    • keine Zusätzlichen Sicherungen erforderlich (Auftrieb)
    • befahrbar bis 40 Tonnen
    • Praxiserfahrung viele Jahrzehnte
    • Einzelteile jederzeit auswechselbar (Deckel)
    • Eine Grube für jedes System verwendbar

    Kunststoff

    • Hohe Produktionskosten ca. ab 1.800€ bis 4 m³ – Kosten steigend
    • bis zu 30 Jahren Garantie – Ausführungs- und Wartungsabhängig, möglicherweise Firmengebunden
    • Nicht befahrbar, nur begehbar
    • manchmal schlechte Wartungsmöglichkeiten
    • vormontierte Anlagen
    • unter bestimmten Umständen die einzige Möglichkeit (Ausnahme!)

    Die Verfahrenstechniken

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten der dezentralen Entsorgung:

    • Stabi-KOM-System
    • Tropfkörperanlagen
    • Festbettanlagen
    • Schwebebettverfahren
    • SBR-Verfahren
    • Pflanzliche Verfahren
    • Filtersystem

    sowie Kompost- und Rottesysteme, Kokos- und stromlose Systeme, die wir Ihnen hier erläutern.

    Stabi-KOM-System

    Bei dem Stabi-KOM-System handelt es sich um eine von der Firma Aquato entwickelte neue Verfahrenstechnik mit einem Kompressor-System. Kompressorsysteme können nachteilig sein, dennoch gibt es Möglichkeiten, diese auszugleichen indem man beispielsweise im Ablauf eine Klarwasserpumpe statt eines Klarwasserhebers verbaut.

    Da dieses Verfahren neu ist, muss es erst einmal sein „Dasein“ rechtfertigen, doch der Grundgedanke der Belüftung in allen Kammern ist bereits ein grundlegender Vorteil. Nicht nur, dass durch diese Maßnahme ein riesiger CSB abgebaut werden kann, sondern auch die Tatsache, dass ggf. kein Schlamm anfällt, sprechen für das System. Dennoch möchte ich Sie darauf hinweisen, dass man nicht vom zuständigen Entsorger davon befreit ist, eine bedarfsgerechte Regelabfahr nach z.B. 5 Jahren durchzuführen.

    Grundsätzlich bietet das Stabi-KOM-System eine gute Alternative zu sonstigen Verfahren bis 8-10 EW, vor allem zu herkömmlichen Kompressorverfahren. Die Nenngröße ist meine persönliche Meinung, da vom Hersteller mind. 1 m³ / EW vorgegeben wird und ich mir eine Anlage größer als 10 EW sehr kostenintensiv vorstelle.


    Auszug aus dem Werbeprospekt der Firma Aquato

      Für Ihren persönlichen Preis, rufen Sie einfach im Büro bei uns an. Unsere Mitarbeiter stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

      STABI-KOM ist eine einstufige Belebungsanlage nach dem SSB®- Verfahren (sequentielles stabilisierendes Belebungsverfahren – eine aerobe
      sequentielle Abwasserreinigungsanlage mit integrierter Schlammstabilisierung), entwickelt durch die Firma AQUATO® Umwelttechnologien GmbH.
      Prinzipiell erfolgen dabei sowohl die zyklische Abwasserreinigung durch Belebtschlamm im Aufstauprinzip, als auch die Schlammabtrennung, Schlamm-
      stabilisierung und Schlammspeicherung in einer gemeinsamen Anlagenstufe. Die einzelnen Vorgänge sind hierbei nicht räumlich, sondern zeitlich getrennt (intermittierender Betrieb).
      Die gemeinsame Stufe ist unterteilt in mindestens zwei Kammern. Die erste
      Kammer übernimmt zusätzlich zur Belüftung die funktion des Grobfangs.
      In der letzten Kammer findet neben dem intermittierenden Sauerstoffeintrag die Nachklärung statt.

      Alle Vorgänge in der Anlage erfolgen nach einem regelmäßigen Zyklus, der von der
      Steuerung vorgegeben wird. Ein Zyklus setzt sich aus folgenden Phasen zusammen:

      1. Belüftungsphase: Abwasserreinigung
      Das zuströmende Abwasser gelangt zunächst in die erste Kammer.hier beginnt die biologische Reinigung des Abwassers.
      Organische Verbindungen werden von den im Belebtschlamm
      aktiven Mikroorganismen abgebaut. Optional findet hier der Prozess der Denitrifikation statt.
      Zusätzlich werden in der ersten Kammer Grobstoffe zurückgehalten.

      2. Absetzphase: Nachklärfunktion
      In der letzten Kammer findet ebenfalls eine biologische Reinigung des Abwassers statt.
      Gleichzeitig übernimmt diese Kammer
      durch die zyklische Steuerung der Anlage auch die Nachklärfunktion.
      Der Belebtschlamm setzt sich am Boden des Belebungsbeckens
      ab. Im oberen Bereich bildet sich der Klarwasserüberstand.

      3. Ablaufphase: Abpumpen des gereinigten Abwassers
      Das gereinigte Abwasser aus dem Klarwasserüberstand wird in
      den Ablauf gepumpt.

      Verfahrensbedingt fällt in der Kleinkläranlage Aquato Stabi-KOM ausschließlich aerob stabilisierter Schlamm an.
      Die Anlage ist so dimensioniert, dass neben der Abwasserreinigung auch eine
      Schlammstabilisierung mittels einer ausreichenden Belüftung erfolgt. Der Schlamm
      bedarf keiner weiteren Nachbehandlung.
      Normalerweise besteht Klärschlamm zu min. 95% aus Wasser, in dem sich feste und
      gelöste Stoffe befinden. Diese „Brühe“ lässt durch Schlammfaulung unangenehme
      Gerüche entstehen.
      Durch die Sauerstoffzufuhr finden die geschilderten Faulprozesse nicht mehr statt.
      Anstelle dessen bilden sich Mikroorganismen, welche den Schlamm in humusartige
      Substanzen umwandeln und die unangenehme Geruchsbelästigung gar nicht erst
      entstehen lassen.

      Bei ausreichender Behältergröße und gleichzeitiger aerober Schlammstabilisierung
      stellt sich über die Jahre ein Schlammgleichgewicht in der STABI-KOM
      Kleinkläranlage ein, so dass eine Schlammentsorgung gegebenenfalls komplett
      entfallen könnte.

    Tropfkörperanlagen

    Vorteile der Tropfkörperanlagen:

    • Keine Schlammrückführung, hohes Schlammalter und keine Gefahr der Blähschlammbildung
    • Geringer Flächenbedarf
    • Elastisch und betriebsstabiles Verfahren

    Nachteile der Tropfkörperanlagen:

    • Ausbildung eines Biofilms auf dem Trägermaterial ist erforderlich / Einfahrphase
    • Verstopfungsgefahr
    • Höherer Wartungsaufwand
    • hohe Einbautiefe
    • Stromkosten (Ausnahmen)
    • „Schwere Technik“ notwendig (Einbautiefe) – Kostenfaktor Einbau und Einkauf

    Festbettanlagen und Schwebe- oder Wirbelbettverfahren

    Zwischen Fest- und Schwebebettanlagen gibt es Unterschiede, die sich auch in unterschiedlichen Vor- und Nachteilen bemerkbar machen können. Eine Festbettanlage heißt deshalb so, weil das Trägermaterial fest eingebaut ist, während es bei einem Schwebebett in der Anlage schwimmt oder schwebt.

    Generelle Vorteile der Anlagen:

    • Keine Schlammrückführung, hohe Bakterienkonzentration und hohes Schlammalter, keine Gefahr der Blähschlammbildung
    • Nachrüstsatz für bestehende, intakte Mehrkammergruben
    • Reaktor kann voll durchmischt betrieben werden

    Generelle Nachteile der Anlagen:

    • Ausbildung eines Biofilms auf dem Träger ist erforderlich / Einfahrphase
    • Rückhaltevorrichtung für die beweglichen Aufwuchsträger ist notwendig
    • Relativ hohe Sauerstoffzufuhr notwenig (Umwälzung)
    • Todräume vermeiden
    • Stromkosten ( nicht unbedingt mehr )

    SBR-Verfahren

    SBR steht für Sequencing Batch Reactor und ist ein biologisches Abwasserreinigungsverfahren, bei dem das zu reinigende Abwasser Chargenweise in den Bioreaktor eingeleitet und nach einem vorgegebenen Behandlungsprogramm behandelt wird. Nach Unterschreiten der Ablaufgrenzwerte wird dann das gereinigte Abwasser ganz oder teilweise abgegeben und der Reaktor neu gefüllt.

    Der SBR-Reaktor besitzt kein getrenntes Belebungsbecken/Nachklärung nach dem 2-Kammer-Prinzip.

    Weitere Merkmale sind:

    • etwa 1/3 längere Laufzeit pro Tag
    • Anfälligkeit für gravierende Unter- oder Überlast, nicht zu verwechseln mit ständig gleichbleibender Last
    • kein künstliches Trägermaterial (dieses bilden sie selbst aus anfallender Schmutzfracht)
    • meistens mehrere Pumpen notwendig
    • funktionieren nicht in freiem Gefälle (teste Dekantierzeiten)
    • sind abhängig von der tatsächlichen EW-Zahl aufgrund der Dekatierzeiten
    • für größere EW-Zahlen geeignet

    Pflanzliche Verfahren (Pflanzenbeetanlage)

    Bei Pflanzenbeetanlagen gibt es verschiedene Ausführungen, die unterschiedliche Voraussetzungen benötigen. So beanspruchen horizontale Beete wesentlich mehr Platz und sind nach der Neuen ATV nur noch schwer und mit hohem Kostenaufwand zu errichten.

    Vorteile der Pflanzenbeetanlage:

    • Niedrige Energiekosten
    • Naturnah
    • Geringer Wartungsaufwand
    • Unterlast / Überlast sicher
    • Erweiterbar

    Nachteile der Pflanzenbeetanlage:

    • Kolmationsgefahr
    • großer Flächenbedarf ( 4 EW schon 16 m²)
    • keine Bauartzulassung
    • ggf. in heißen Sommermonaten etwas Geruchsintensiv
    • Gartenarbeit

    Sonstige Möglichkeiten

    • Abwasserteiche, belüftet oder unbelüftet
    • Filtergräben
    • Untergrundverrieselungen sind als Teilbiologie nicht mehr zulässig!

    Das wirkliche Preisverhältnis der verschiedenen Systeme:

    Technische Systeme und naturnahe Verfahren gibt es jeweils ab 5.500€, Nachrüstungen gibt es ab 3500€ komplett und inklusive Erneuerung der Versickerung, nur Nachrüstung ohne Versickerung gibt es ab 3000 €

    Bei der Wahl und dem Kauf Ihres Produktes sollten Sie unbedingt auf das System, die Notwendigkeit und die Bedarfsgerechtigkeit achten. Außerdem:

    • Folgekosten
    • Stromkosten (technische Systeme ab 70€ jährlich, manchmal auch nur ab 10€ jährlich)
    • Möglichkeiten (Hof)
    • Wartungsanfälligkeit und Garantie
    • Technische Ausstattung

    Der Verfahrensvertrag

    Achten Sie auf die Mehrwertsteuer und welche Leistungen im Preis enthalten sind. Diese können Sie den Vertragsunterlagen entnehmen.

    • Fahrkostenaufschlag
    • Finanzierungsmöglichkeiten
    • Fördermittel
    • Garantiebedingungen und Wartung
    • Restarbeiten oder Entsorgung

    Achtung! Fremdentsorgung stellt eine Straftat dar, für die Sie haften!

    Der Wartungsvertrag

    Beim Wartungsvertrag sollten sie ebenfalls auf den Preis und die enthaltenen Leistungen achten! Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass die Firma befugt und zertifiziert ist, Kleinkläranlagen zu warten.

    • Technische Ausstattung
    • Wartungshäufigkeit i.d.R. 2 mal / Jahr
    • Jahresbeitrag oder Preis pro Wartung
    • Laborkosten ca. 30 € / Probe ( BsB, CsB)
    •  Preise für eine Wartung von 58,00€ bis 350,00€ pro Jahr

    Ihre Vorteile bei Kläranlagenwartung Roberto Petersen

    ÜBER 20 JAHRE BETRIEBSERFAHRUNG

    Seit 1999 sind wir bereits im Bereich biologische Reinigung von Abwasser im dezentralem Bereich tätig.

    Mit uns haben Sie einen zuverlässigen und erfahrenen Partner an Ihrer Seite.

    WIR SIND DIE NUMMER 1

    Derzeit sind wir das größte regionale Wartungsunternehmen

    ZERTIFIZIERTES DWA FACHUNTERNEHMEN

    Wir sind ein Zertifiziertes DWA Fachunternehmen für die Wartung von Kleinkläranlagen im Landkreis Ludwigslust.

    Regelmäßige Weiterbildungen und Schulungen gehören für uns zur Selbstverständlichkeit.

    Faire Preis-Leistung

    Wir setzen auf kompetente Beratung, Qualität und gute Leistung
    zum fairen Preis!

    Sorgenfreier WARTUNGSVERTRAG

    fester Jahresbeitrag für vollbiologische Kleinkläranlagen. Mtl. kündbar + 1 x jährliche Laboranalyse

    Servicehotline

    Auf uns ist im Störungsfall verlass. Mit unserer Servicehotline.